Mehr Vegan: Traditionelles Weihnachtsessen wird in Zukunft völlig anders

Symbolbild © istockphoto/lehcim

Ein neues Verfahren soll das fleischlastige Weihnachtsessen revolutionieren. Kürzlich machte eine Blind-Verkostung die Ergebnisse noch deutlicher.

Kaum ein anderes Volk isst so viel Fleisch wie die Deutschen. So fällt es vielen nicht leicht, die tierischen Lebensmittel vom Speiseplan zu streichen. Es gilt, nach Strategien zu suchen, um tierfreundlicher und nachhaltiger zu leben. Ein Professor in Dortmund bringt neue Technologien mit spannenden Ergebnissen in die Diskussion, die wohl den Fleischmarkt auf den Kopf stellen sollen.

Fleisch aus dem 3D-Drucker

Professor Dr. Ingenieur Matthias Lütke Entrup arbeitet als Lehrer an der ISM in Dortmund. Das ist die International School of Management. Seit vielen Jahren erforscht er die Fleischindustrie und Milchindustrie und die zunehmenden Herausforderungen und Probleme.

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Laut seiner Aussage verzichten wohl viele Vegetarier zum Wohle des Tieres auf Fleisch, aber nicht weil ihnen Fleisch nicht schmecken würde. Eine Erkenntnis, die sich wohl auf die gesamte Fleischindustrie auswirken kann. In diesem Zusammenhang erwähnte er die 3D-Drucker und die Möglichkeit, Fleisch digital zu produzieren und den Geschmack nachzuahmen.

Kaum von echtem Fleisch zu unterscheiden?

Demnach würden die Drucker mit Materialien wie Kokosfett, Sojaprotein und Kichererbsen arbeiten. Das Ergebnis wäre das zellbasierte Fleisch oder das „cell-based meat“. Es entsteht aus tierischen Stammzellen. Ein 3D-Drucker druckt diese Stammzellen in unterschiedlichen Schichten übereinander bis zum fertigen Stück Fleisch.

Einem israelischen Start-up „Redefine Meat“ zufolge bestünde dieses Fleisch die Geschmackstest und sei kaum von echtem Fleisch zu unterscheiden. Das Unternehmen führte die weltweit erste blinde Verkostung von gedrucktem Fleisch durch, um neue Erkenntnisse zu erzielen. Das Resultat der Verkostung: 90 Prozent aller Probanden hielten das gedruckte Fleisch für echtes.

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Nachhaltiger und energiesparender Leben

Der Dortmunder Professor wirft beim synthetischen Fleisch ein weiteres Problem auf. Laut seiner Aussage wäre der Energiebedarf bei dieser synthetischen Produktion sehr hoch, weshalb mehr CO2 produziert würde.

Demgegenüber stellt der Professor die Fleischproduktion mit dem 3D-Drucker. Laut seiner Aussage würde man durch diese Art und Weise der Produktion die Energiekosten herunterfahren. Diese Erkenntnis unterstützt auch „Redefine Meat“, die eigenen Angaben zufolge 96 Prozent weniger Wasser und Treibhausgasemissionen beim Drucken verbrauchen.

Wie gefährlich ist der Fleischkonsum?

Nach Angaben des Umweltbundesamtes verzehrt jeder Deutsche 60 Kilogramm Fleisch im Jahr. Gerade halb so viel empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung. Besonders ungesund sei in diesem Zusammenhang das rote Fleisch wie Rindfleisch.

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Fast niemand weiß, dass der Konsum von rotem Fleisch wohl ähnlich schädlich sei wie Zigaretten. Die WHO die Welt-Gesundheitsorganisation hat bereits im Jahr 2015 das verarbeitete Fleisch als „sicher krebserregend“ eingestuft. Das eben erwähnte rote Fleisch ordnete sie in die Kategorie „wahrscheinlich krebserregend“ ein.