Experten schlagen Alarm: Bald mehr Tornados in Baden-Württemberg

Tornato-Sichtung
Symbolbild Foto: JasonWeingart, CC BY-SA 4.0,Wikimedia Commons

Erst vor wenigen Tagen wurden zwei Tornados am Bodensee entdeckt, das soll aber erst der Anfang sein.

Wasserhosen, wie sie jüngst über dem Bodensee gesichtet wurden, könnten künftig durch den Klimawandel stärker werden.

«Man geht davon aus, dass Tornados durch mehr Energie in der Atmosphäre heftiger werden», sagte am Mittwoch der Tornado-Experte des Deutschen Wetterdienstes, Andreas Friedrich. Solche Windschläuche würden sich als Wasserhosen auch über größeren Seen in Deutschland wie dem Bodensee, dem Chiemsee oder dem Starnberger See immer wieder
bilden.

In Deutschland würden pro Jahr zwischen 20 und 60 Tornados gemeldet, sagte Friedrich. Diese Zahl sei in den vergangenen Jahren zwar gestiegen, allerdings wohl nicht wegen des Klimawandels: «Die Dunkelziffer hat abgenommen, mit Webcams und Handykameras werden diese Ereignisse öfter beobachtet als früher.» Die Hauptsaison für Tornados liege im Spätsommer und Herbst.

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Am Sonntagabend waren in Langenargen am Bodensee gleich zwei solcher Wasserhosen gesichtet worden. Mehrere Medien berichteten darüber. Für die Bildung solcher Tornados müssten mehrere Faktoren zusammenkommen, betonte Experte Friedrich: starke Temperaturunterschiede, Regenwolken, die nicht mehr als einen Kilometer über der Oberfläche hängen, feuchte Luft und verschiedene Windrichtungen in unterschiedlichen Höhen. «Das muss mindestens über einige Minuten verhanden sein», sagte Friedrich.

Wie gefährlich solche Tornados sind, lässt sich laut Friedrich nicht pauschal sagen: «Das hängt von der Stärke ab. Es kann sein, dass eine Wasserhose auf Land trifft.

Dort kann sie wie ein Tornado Schäden anrichten.» Wer die Bildung eines solchen
Wolkenrüssels beobachte, solle die betroffene Region in jedem Fall meiden, riet Friedrich. /dpa