Mutmaßlicher Killer aus Gambia ist aktuell in Karlsruhe!

Symbolbild © ISTOCKPHOTO - Foto: Heiko Küverling

Karlsruhe (dpa) – Der Generalbundesanwalt hat in Hannover einen Mann aus Gambia festnehmen lassen, der in seinem Heimatland als Mitglied der Streitkräfte an politischen Morden beteiligt gewesen sein soll.

Dem Mann werden Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Mord und versuchter Mord vorgeworfen, wie die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe am Dienstag mitteilte.


Er soll zwischen Ende 2003 und Ende 2006 als Fahrer zu einer Einheit gehört haben, die mit Tötungskommandos die Bevölkerung einschüchtern und die Opposition unterdrücken sollte.

Der Mann wurde in den frühen Morgenstunden festgenommen. Er soll voraussichtlich im Laufe des Tages am Bundesgerichtshof (BGH) einem Ermittlungsrichter vorgeführt werden. Dieser entscheidet, ob er in Untersuchungshaft kommt. Sein Alter wurde nicht mitgeteilt.

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Die Bundesanwaltschaft wirft dem Mann die Beteiligung an drei Mordanschlägen in dem westafrikanischen Land vor. Dabei wurden einmal ein regierungskritischer Journalist und einmal ein mutmaßlicher Gegner des langjährigen Staatspräsidenten Yaya Jammeh erschossen. Das dritte Opfer, ein Rechtsanwalt, überlebte verletzt. Der nun Festgenommene soll die Todesschützen gefahren haben.

Jammeh war 1994 bei einem Putsch an die Macht gekommen und hatte in dem kleinen Land bis Anfang 2017 mit harter Hand regiert. Er wird für zahlreiche Menschenrechtsverletzungen verantwortlich gemacht. Im Juli 2020 war die Bundesanwaltschaft mit Razzien gegen sieben Asylbewerber aus Gambia vorgegangen. Damals ging es um Folter-Vorwürfe.