Polizisten in Alarmbereitschaft: Hochrisikospiel zwischen Karlsruhe und Stuttgart!

Symbolbild | Foto: Markus Kastner

Karlsruhe-Insider / Stuttgart (dpa) – Als der Karlsruher SC zuletzt in der Mercedes-Benz Arena gegen den VfB Stuttgart spielte, flogen unter anderem Leuchtraketen auf den Rasen.


Die Partie stand kurz vor dem Abbruch. Am Sonntag (13.30 Uhr/Sky) kommt es zweieinhalb Jahre danach wieder zu einem Zweitliga-Duell der Fußball-Rivalen aus Baden-Württemberg – und die Konsequenzen sind sichtbar.

Es gibt nur alkoholfreies Bier im Stadion, neben den KSC-Fans bleiben Blöcke als Puffer leer. Die Zahl der Polizisten aber wird deutlich niedriger sein als im April 2017.

Wie das geht? Mit einem bundesweit einzigartigen Sicherheitskonzept. Die sogenannten Stadionallianzen stoßen inzwischen auf großes Interesse.

«Die anderen Bundesländer wollen natürlich insbesondere bei Hochrisikospielen wie zwischen dem VfB und dem KSC sehen, wie das Konzept bei uns funktioniert», sagt Uwe Stahlmann aus dem Innenministerium Baden-Württemberg. «Der Erfolg des Konzepts hängt jedoch nicht allein von diesem einen Spiel ab.»

Das maßgeblich von dem ehemaligen Jugendfußballer des VfB und Polizisten vorangetriebene Konzept – das es auf Papier gar nicht gibt – beruht auf einem einfachen Ansatz: Vereine, Polizei, Ordnungsdienste und Ämter stimmen sich im Gegensatz zu früher viel enger ab, helfen sich mit Informationen und beschließen am Ende einen gemeinsamen Plan für jedes einzelne Spiel.

Aus 183 900 Einsatzstunden der Polizei in der Saison 2016/2017 sind nach Angaben des Ministeriums so nur noch 145 706 Einsatzstunden in der vergangenen Spielzeit geworden – jeder fünfte Polizist also war für andere Aufgaben verfügbar. «Zu mir hat man früher immer gesagt, für ein Bundesligaspiel braucht man eine Grundversorgung von mindestens 100 Einsatzkräften der Polizei. Das haben wir schon mehrmals unterboten», erzählt Stahlmann und schaut dabei sehr zufrieden.

Für die Partie Stuttgart gegen Karlsruhe heißt das: Statt etwa 1000 Polizisten wie vor zweieinhalb Jahren werden an diesem Wochenende nur etwa 400 bis 600 Beamte eingesetzt. Beim Heimspiel des VfB gegen Dynamo Dresden waren es statt 1000 nur 240. «Sicherheit gibt es nur gemeinsam.

Nicht, weil wir mehr Kräfte einsetzen», betont Stahlmann. «Es müssen die richtigen Leute an der richtigen Stelle sitzen und vertrauensvoll zusammenarbeiten.»

Allerdings stehen am Sonntag auch zwei Wasserwerfer in der Nähe des Stadions – einer der Gründe, deretwegen die Ultras mit den Stadionallianzen wenig anfangen können und die Euphorie über die gesparten Polizisten nicht teilen. Beamte mit Helm und Panzerung
wirken auf sie unverändert wie eine Drohung ohne Anlass.