U-Bahn in Karlsruhe: Wichtige Bauphase bei der Kombilösung

Symbolbild Foto: KASIG

Karlsruhe: Sie arbeiten weit weniger auffällig als etwa die Kollegen vom Gleisbau oder die Monteure, die die Betonwerksteine auf den Bahnsteigoberflächen verlegen oder in die Unterkonstruktionen an den Haltestellenwänden einhängen.


Aber: Von der Perfektion ihrer Arbeit hängt in hohem Maß der reibungslose Betrieb des Stadtbahn- und Straßenbahntunnels ab. Elektriker sind schon seit Monaten und wohl auch noch einige Monate in den Haltestellen im Rahmen des Innenausbaus unterwegs, um die Kabel in Leerrohre einzuziehen, diese Kabel in Betriebsräume zu führen und dann die entsprechenden Endgeräte oder Schalter miteinander zu verbinden.

800 Kilometer elektrischer Leitungen werden es etwa sein, die sich durch Tunnelabschnitte und Haltestellen und in die Betriebsräume hineinziehen.  Der Fahrstrom für die Bahnen gehört ebenso zur elektrischen Ausrüstung wie der Strom für Kommunikationsanlagen – etwa Brandmeldeeinrichtungen – oder die Elektrizität, die für Licht, Rolltreppen und Aufzüge notwendig sein wird.

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Beim Innenausbau des Stadtbahn- und Straßenbahntunnels unter der Kaiserstraße mit dem Südabzweig vom Marktplatz in die Ettlinger Straße bis zur Augartenstraße müssen jedoch die Elektriker an den anderen Handwerkern „vorbeikommen“, sprich: Bevor wie derzeit in den Haltestellen Durlacher Tor und Kronenplatz die Verkleidung unter die Haltestellendecke montiert wird, muss die Elektroinstallation abgeschlossen sein. Unter der Kaiserstraße gibt es inzwischen auch keine Berührungen der Handwerker mit dem Gleisbau – der ist nämlich auf den etwa zwei Kilometern der Ost-West-Achse abgeschlossen. Im Stadtbahn- und Straßenbahntunnel zwischen Gleisdreieck unter dem Marktplatz und der Rampe in der Ettlinger Straße nähert sich der Gleisbau auch seinem Ende, so dass die schweren Maschinen hier in absehbarer Zeit verschwinden und nur noch Zwei-Wege-Bagger mit Plattformwaggons hin- und herfahren, um Materialtransporte zu bewerkstelligen.

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Die Montage der Betonwerksteine für die Innengestaltung der Haltestellen läuft derzeit noch in den Haltestellen Ettlinger Tor und Kongresszentrum auf den großen Flächen an den Wänden – und teilweise noch auf den Bahnsteigoberflächen. Danach bleibt noch in allen sieben unterirdischen Haltestellen die „Feinarbeit“: Randsteine des Kunststeins müssen bearbeitet und montiert werden, um auch alle noch verbliebenen Lücken an den Wänden zu verkleiden.

Beim Umbau der Kriegsstraße mit einer neuen oberirdischen Gleistrasse und einem darunterliegenden Autotunnel wachsen die im Rohbau hergestellten Tunnelabschnitte Meter um Meter: Östlich vom Mendelssohnplatz wird die Lücke zwischen dem bereits in der Ludwig-Erhard-Allee im Baufeld O 1 hergestellten Tunnelabschnitt (und den dazugehörenden Rampen) und den in den vergangenen Wochen hergestellten Bereichen des Autotunnels im Baufeld O 2 immer kleiner.

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Ähnlich sieht es im Baufeld W 3 aus: Der bereits zu Beginn der Arbeiten in der Kriegsstraße hergestellte Tunnelabschnitt im Baufeld W 2 zwischen Ritterstraße und Lammstraße verlängert sich derzeit nach Osten in Richtung Ettlinger Tor: Bis zum Einkaufszentrum werden Tunnelsohlen, Tunnelaußenwände und Tunnelmittelwände betoniert. Im anschließenden Bereich wird derzeit, zusammen mit dem Bauabschnitt W4, die alte Kriegsstraßenunterführung abgebrochen, um Platz für den neuen Tunnel zu schaffen.

Allerdings nähern sich auch die verbleibenden Baufelder dem Ingenieurbau – also dem „eigentlichen“ Tunnelbau: Zwischen Mendelssohnplatz und Meidinger Straße im Baufeld O 3 wächst die Baugrube durch den laufenden Erdaushub bis hinunter zur ersten Ankerlage aktuell in die Tiefe.